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HEMA Podcast 2: Die Zukunft der Produktdaten im Detail
Abygail · 2025-10-13 · 4 Min. Lesezeit

In dieser Folge des Product Data Podcast geht es um die Herausforderungen und Prozesse rund um Produktdaten, mit Schwerpunkt auf dem Prozess der Lebensmittelspezifikation bei HEMA. Die Gäste berichten von ihren Erfahrungen mit Lieferanten, von der Rolle der Standardisierung und von den Auswirkungen der Nachhaltigkeitsgesetzgebung auf Verpackungen. Außerdem sprechen sie darüber, warum eine gute Kommunikation mit Lieferanten notwendig ist und wie wichtig reichhaltige Produktdaten für den Verkauf sind. Zum Schluss geht es um mögliche Anreize, die Lieferanten motivieren, hochwertige Daten zu liefern.
Falls Sie die Session verpasst haben, können Sie sich das vollständige Video hier ansehen:
https://www.youtube.com/embed/GZVZf5eZRA4?feature=oembed
Sprecherinnen und Sprecher:
- Stephan Spijkers, Mitgründer, PIMvendors.com
- Annemarie Auping, Master Data Team Lead, Outdoor Life Group
- Sharon Vestering, Digital Product Owner, HEMA
- Nico Noort, Account Manager, XSARUS PIM Masters
Erkenntnisse aus dieser Session:
Warum ist der Prozess der Lebensmittelspezifikation für Produktdaten so wichtig? Der Spezifikationsprozess legt die Grundlage für verlässliche und sichere Produktdaten in der Lebensmittelindustrie. Er umfasst die Erfassung von Zutaten, Allergenen, Nährwerten und Herkunft, also Informationen, die für Verbraucher, Händler und Aufsichtsbehörden unverzichtbar sind. Sind diese Daten ungenau oder unvollständig, drohen Gesundheitsrisiken, Rückrufe und Vertrauensverlust. Ein sauber aufgesetzter Spezifikationsprozess verhindert Fehler und unterstützt sowohl die Compliance als auch die kommerziellen Prozesse.
Warum sind saubere und strukturierte Daten für das Reporting unverzichtbar? Berichte, ob interne Dashboards oder externe Rechenschaftslegung, sind nur so gut wie die Daten, auf denen sie beruhen. Verschmutzte, inkonsistente oder unstrukturierte Daten führen zu falschen Schlussfolgerungen, Verzögerungen und Ineffizienz. Strukturierte Daten ermöglichen es, automatisch und zuverlässig Berichte zu erstellen, etwa zu Nachhaltigkeit, Lebensmittelsicherheit oder Sortimentsleistung. Sie sind damit eine notwendige Grundlage für gute Entscheidungen.
Warum müssen Lieferanten gut darin geschult werden, Daten zu liefern? Lieferanten sind häufig die Quelle der Produktdaten. Ohne klare Anleitung oder Schulung wissen sie aber nicht immer, welche Qualitätsanforderungen diese Daten erfüllen müssen. Ein Verständnis von Standards, Systemen und Prozessen ist entscheidend, damit Händler nicht manuell korrigieren oder nachfragen müssen. Werden Lieferanten gut geschult, steigt die Effizienz, die Fehleranfälligkeit sinkt, und verlässliche Informationen stehen schneller zur Verfügung.
Wie hilft Standardisierung bei der effizienten Verarbeitung von Produktdaten? Ohne Standardisierung werden Produktdaten zu einem Mosaik aus Formaten, Begriffen und Strukturen, was viel Handarbeit und Fehler verursacht. Mit standardisierten Formaten (etwa GS1 oder branchenspezifischen Standards) können Systeme Daten automatisch einlesen, vergleichen und verarbeiten. Das beschleunigt die Lieferkette, erhöht die Zuverlässigkeit und senkt die Betriebskosten. Standardisierung macht Skalierbarkeit erst möglich.
Wie beeinflusst die Nachhaltigkeitsgesetzgebung die Anforderungen an Verpackungen? Neue Nachhaltigkeitsvorschriften, etwa zu Verpackungsmaterialien und Wiederverwendbarkeit, stellen immer strengere Anforderungen an die Art, wie Produkte verpackt werden. Unternehmen müssen nicht nur ihre Verpackungen anpassen, sondern auch transparent über Materialeinsatz, Recyclingmöglichkeiten und CO₂-Wirkung berichten. Das erfordert detaillierte und aktuelle Verpackungsdaten im Produktspezifikationsprozess, und das geht weit über die Frage „Was ist drin?“ hinaus.
Warum ist die Kommunikation mit Lieferanten bei Veränderungen so wichtig? Änderungen an Prozessen, Systemen oder Datenanforderungen können zu Verwirrung oder Verzögerungen führen, wenn Lieferanten nicht rechtzeitig und klar informiert werden. Gute Kommunikation sorgt dafür, dass sie sich vorbereiten können und verstehen, warum die Änderung nötig ist und was von ihnen erwartet wird. Das verhindert Fehler, stärkt die Zusammenarbeit und beschleunigt die Einführung neuer Standards oder Systeme.
Wie können reichhaltige Produktdaten zu höheren Verkaufszahlen führen? Verbraucher wollen wissen, was sie kaufen, gerade bei Lebensmitteln, wo Allergene, Herkunft und Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielen. Je vollständiger, klarer und ansprechender die Produktinformationen sind, desto größer ist die Chance, dass ein Kunde kauft. Reichhaltige Produktdaten stärken das Vertrauen, verringern den Entscheidungsstress und unterstützen Filter- und Suchfunktionen in Onlineshops. Das trägt direkt zu einer höheren Conversion bei.
Wie können Anreize Lieferanten motivieren, bessere Daten zu liefern? Gute Daten zu liefern kostet Zeit und Mühe. Werden Lieferanten dafür belohnt, etwa mit einer kürzeren Time-to-Shelf, besserer Sichtbarkeit im Regal oder Boni, wird es attraktiver, in Datenqualität zu investieren. Das kann auch in Form von „Soft Incentives“ geschehen, etwa Benchmarks oder Qualitätsscores, mit denen sich Lieferanten mit anderen vergleichen können. Ein gutes Anreizsystem macht Datenqualität zu einem gemeinsamen Anliegen.
Warum ist es wichtig, Lieferanten in den Prozess einzubinden? Lieferanten sind keine externen Parteien, die „mal eben Daten liefern“. Sie sind strategische Partner in der Lieferkette. Wenn Sie sie aktiv in die Gestaltung von Prozessen, Systemen und Standards einbinden, steigern Sie ihr Engagement und ihr Verständnis. Zusammenarbeit führt zu besserer Abstimmung, weniger Fehlern und mehr Akzeptanz. Außerdem können Lieferanten wertvollen Input dazu geben, was in der Praxis funktioniert und was nicht.
Warum ist Datenqualität eine gemeinsame Verantwortung von Lieferanten und Händlern? Die Verbesserung der Datenqualität ist weder allein Aufgabe des Händlers noch allein Aufgabe des Lieferanten. Beide Seiten sind auf den Einsatz der jeweils anderen angewiesen. Lieferanten liefern die Daten, aber Händler legen oft Format, Systeme und Qualitätskriterien fest. Nur durch Zusammenarbeit, gegenseitiges Verständnis und klare Vereinbarungen entsteht eine datengetriebene Lieferkette, in der Qualität die Norm ist.
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